| MIRKO MARTIN | |
Raw Footage, Videoinstallation, 2011 55 C-Prints, gerahmt, verschiedene Formate, seit 2006 „Zu Fuß oder mit dem Auto zog Martin immer wieder die Straßen entlang – von Venice Beach über die Hollywood Hills, von Downtown bis East L.A. – und schuf ein Porträt jener Stadt, die zum Hologramm der Filmindustrie geworden ist. Martins Fotoserie L.A. Crash unterwandert hintersinnig die Klischees und Bilder, die sich durch die Medienflut fixiert haben: Zu sehen sind Panoramen brennender Hochhäuser, uniformierte Cops, die afroamerikanische Gangster in Handschellen legen, graffitibemalte Hinterhöfe oder lethargische Obdachlose auf dem Bürgersteig. Die Fotografien scheinen einem kinematografischen Gedächtnis zu entspringen, die Hochglanzoptik feiert sie zu Fetischen einer unerschöpflichen Welt der Bilder: ‚Worum es geht, ist, in die Fiktion Amerikas einzusteigen, in Amerika als Fiktion. Als solche beherrscht es ja die Welt.‘ Im Sinne Jean Baudrillards steigert Martin die Effekte der Simulation, indem er L.A. Crash eine weitere Motivebene hinzufügt. Er mischt die authentischen Straßenaufnahmen mit Motiven von Filmdrehs samt kostümierten Schauspielern und inszenierten Katastrophen, auf die er dort im öffentlichen Raum gestoßen ist. Offen aber bleibt stets, was authentisch ist und was konstruiert sein könnte. So verwischen die Grenzen zwischen dokumentarischer und inszenierter Fotografie.“ Noir, Video, 2008 |
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